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  • AutorenbildYvonne Ineichen

Sprache und Eigenverantwortung gehen Hand in Hand


Eigenverantwortung. Was die mit Sprache zu tun hat? Nun, eine ganze Menge! Kennst du Menschen, die vor allem in Passivsätzen reden oder schreiben? In gewissen Berufsgattungen gehört das Passiv zum täglichen Duktus. Da werden Anordnungen erteilt, Anregungen werden gegeben, Änderungen werden durchgeführt.


Zwei Beispiele: «Der Termin kann leider nicht eingehalten werden. Die Richtigkeit der Angaben muss bestätigt werden.»⁠

Wusstest du, dass das Passiv auch die Leidensform genannt wird?

Die handelnde Person gerät nämlich völlig aus dem Blickfeld. Menschen, die eine Aufgabe erledigen, zu erledigen haben, sind dabei inexistent und es kann niemand konkret zur Verantwortung gezogen werden. Wer häufig Passivkonstruktionen verwendet, drückt dadurch eine innere Haltung aus, fühlt sich selten verantwortlich oder häufig ohnmächtig, entwickelt eine passive Denk- und Verhaltensweise. Ausserdem lassen Passivsätze immer etwas im Verborgenen. Nämlich die Person, die etwas tut oder etwas verantwortet. ⁠

Aktivsätze sind wichtig! Auch, und gerade, im Umgang mit anderen.

Es macht einen wesentlichen Unterschied ob ein Vorgesetzter sagt: «Die Aufgabe wird bis Dienstag erledigt.» oder «Meine Mitarbeitenden und ich werden diese Aufgabe bis am Dienstag erledigen.» Spricht er aktiv, hat er seine Mitarbeitenden und damit verbunden den Menschen im Blick. Das wirkt sich ganz automatisch auf die Haltung und damit auch auf das Betriebsklima aus.

Übrigens, es gibt natürlich auch Momente, in denen die Leidensform angebracht ist. «Gestern wurde ich von einem heftigen Gewitter überrascht.» Da hast du tatsächlich etwas erlitten: den überraschenden Regenschauer, das Gewitter.


Doch meist bist du aktiv am Geschehen beteiligt. Achte dich doch einmal ganz genau, wann du dich hinter Passivkonstruktionen versteckst.⁠ Oder wo dir im Leben Passivsätze begegnen.

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