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  • AutorenbildYvonne Ineichen

Schreiben mit KI – Texte wie auf Steoriden

Die Welt ist voller Texte, die kaum ein Lächeln wert sind. Und wird überschwemmt von KI-Erzeugnissen, die wie ein Wintertag auf Steoriden daherkommen. KI kann dir für dein Grundgerüst und als Idee dienen. Deine ganz persönliche Note, deinen unverwechselbaren Stil jedoch, kannst nur du deinen Texten verleihen. Und so auch sicherstellen, dass du keine Plagiate veröffentlichst.


«Du brauchst dir kein Bein auszureissen. Das liest doch eh keiner!» Mit dieser Aussage werde ich gelegentlich konfrontiert, wenn es um Textaufträge gibt. Für mich gibt’s dann genau zwei Möglichkeiten: Ich lehne den Auftrag dankend ab. Oder ich beweise der Kundschaft, dass gute Texte sehr wohl gelesen werden.

 

Yeap! Ich gebs zu. Auch mir entlocken viele Texte nicht mehr als ein Gähnen. Dann, wenn man das Geschriebene auf dem Boden der Tatsachen ausbreitet, die Worte auseinanderpflückt und nichts bleibt als Floskeln und Worthülsen. Sie reichen sich die Hände zum Ringeltanz und bleiben ungefähr so haften, wie ein Wassertropfen an einer Teflonpfanne.

 

Texten mit KI ist doch kinderleicht!

Seit Texten dank KI auf Knopfdruck funktioniert (vermeintlich!), wird mein wortverliebtes Hirn noch mehr strapaziert. Auch auf sozialen Businessplattformen wie LinkedIn mehren sich Texte, die mit Hilfe von KI verfasst sind. Ja, ich als Texterin merke das! Es wird vor allem dann offensichtlich, wenn die Verfasserin, der Verfasser es unterlässt, selbst nochmals Hand anzulegen. Was ich dann zu lesen bekomme, erinnert mich an Texte, die sich wie ausser Rand und Band geratene Teenager aufführen – in erster Linie laut. Und damit hat sichs.


Schimmel und Scham

Was aufs Papier, pardon, auf den Bildschirm kommt, ist manchmal ein Graus für das wortverliebte Gemüt. Ein Adjektiv reiht sich ans nächste. Eine lasche Formulierung an die andere. Ein Superlativ jagt den nächsten. Manchmal fühl ich mich, als wäre ich Teilnehmerin einer amerikanischen Wahlveranstaltung. Ganz gerne enden die Texte übrigens mit dem unglaublich enthusiastischen Aufruf «Lasst uns gemeinsam ...» Viel warme Luft füllt den Wortraum. Während kraftvolle Worte und kreative Schöpfungen verschmäht in der Ecke kauern und ausgefallene Formulierungen Schimmel ansetzen. Wertvolle Synonyme hüpfen auf und ab, bis sie erschöpft zu Boden sinken und kapitulieren.

 

Gute Prompts und KI-Texte als Basis

KI-Texte mögen als Basis, als Idee, als Grundgerüst dienen. Dann allerdings ist deine Schreibkompetenz gefragt. Du bist es, die deinen Texten die individuelle Note, den Rhythmus, die Tonalität verpasst. Ein guter Text regt die Sinne an. Spielt mit Worten, verleiht dem Text eine Melodie und verführt die Lesenden zum Tanz. Und du bist es auch, die Fakten checkt und sicherstellt, dass du kein Plagiat veröffentlichst! Mehr denn je sind wir gefordert von einem unserer «Grundrechte» Gebrauch zu machen. Lasst uns gemeinsam den gesunden Menschenverstand einsetzen. Für Texte mit Herz und Hirn.

 

P. S. Weil mein Herz für Worte schlägt und sich von lebendigen Texten verführen lässt, habe ich einen Workshop konzipiert. Da lernst du, wie du mit treffenden Prompts hervorragende Grundlagen schaffst und wie du KI mit gesundem Menschenverstand und einer gehörigen Portion Selbstverantwortung anwendest. https://www.wortsprudel.ch/angebote/textenmitki

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