• Yvonne Ineichen

Durchstarten mit einer richtig guten Website

Aktualisiert: Aug 4


Du willst eine Website erstellen? Dafür gibt’s grundsätzlich drei Möglichkeiten. Du bastelst dir in Eigenregie mit einem Baukastensystem deine Seite. Du holst dir eine Webagentur, die ebenfalls mit einem Baukastensystem arbeitet. Oder du wendest dich an einen Webprofi, der die Seite punktgenau auf deine Bedürfnisse programmiert. Egal, welchen Weg du wählst: Funktionieren tun sie alle. Worauf du achten musst, was die Vor- und Nachteile sind und wie du deine Seite auf deine Kunden ausrichtest. Das erzählte uns Chregu Richard von tastisch.ch im Raustausch goes Clubhouse vom 29. Juni 2021.


Gerade wenn man in der Start-up Phase ist, mag die Überlegung mitschwingen, dass es keine Website braucht. Schliesslich ist man ja auf Facebook, Instagram, LinkedIn präsent und erklärt über diese Kanäle sein Business. Das muss reichen! Jein. Die Verweildauer auf einer Instastory beträgt wenige Sekunden. Auf einer guten Website bleiben Besucher:innen gut bis zu zwei Minuten oder länger. Und: Wer eine Dienstleistung sucht, der googlet. Und wer googlet, der findet Websiten. «Google verkörpert «die gelben Seiten» von heute», so Chregu Richard. Natürlich muss jede:r für sich selbst entscheiden, ob er Zeit und Geld dafür investieren will. Chregu untermauert seine These mit einem eindrücklichen Beispiel. Ein Restaurant, dessen Inhaber ursprünglich unsicher war, ob ein Webauftritt für sie sinnvoll sei, generierte innerhalb von 3 Wochen 100 Reservationen über die Seite. Nach 3 Monaten waren es knapp 400. Das sagt alles, nicht wahr? Also nichts wie los! Und rasch mit Wix, Jimdo, Joomla, Wordpress oder Typo3 eine eigene Seite bauen.


Ich baue mir die Seite, wie sie mir gefällt

Eile ist der falsche Ansatz, wenn man sich an das Projekt Website heranwagt. Es ist auch wenig zielführend, die Seite nur mit Blick auf das eigene Gefallen zu gestalten. Bevor man loslegt, darf man sich ganz klar Gedanken machen über Struktur, Aufbau, User Experience*, die Inhalte auf der Homepage* und auf allen anderen Seiten. Dabei hilft es, die Kundenbrille aufzusetzen.

  • Was erwartet sich mein Besucher, wenn er auf meine Website kommt?

  • Mit welcher Intention kommt er hierher?

  • Welche Informationen sucht er?

  • Was möchte er gelöst bekommen?

Da verlieren sich bereits viele, weiss Chregu aus eigener Erfahrung. «Oft will man zu viel reinpacken und erachtet alles als wichtig oder es passiert genau das Gegenteil: Man hat keinen Plan, wo man anfgangen soll und was relevant ist. Die Besucher:innen erhalten keinen echten Mehrwert.» Eine eigene Website zu bauen, ist so einfach wie noch nie. Dafür bieten all die No-Code-CMS* (z. B. Wix, Jimdo, Squarspace) Hand. Es ist ein Kinderspiel, mit einem dieser Baukastensysteme ein schön aussehendes Ergebnis zu erreichen. Doch schön aussehen alleine reicht nicht. Und mit dem Erstellen ist die Arbeit nicht getan. Eine Website will regelmässig analysiert und aktualisiert werden. Es braucht Updates (bei Wordpress waren es im 2021 bis jetzt an die 40 Updates …), die installiert werden müssen. Wordpress ist übrigens das am meisten verbreitete CMS und wird auch von vielen Agenturen genutzt. Diese programmieren bestehende Templates* um oder generieren neue und passen sie auf Kundenwünsche an. Doch, irgendwo sind all diesen CMS Grenzen gesetzt. Sie sind nicht beliebig skalierbar*. Deshalb präferiert Chregu in seiner Arbeit Webflow. «Ich beginne mit jedem:r Kunden:in auf der grünen Wiese. Bei mir gibt es keine fixfertigen Baukasten, sondern das Kundenbedürfnis definiert Struktur, Aufbau, Design.» Es ist also, wie wenn ich mir mein Wunschhaus von einem Architekten planen und anschliessend umsetzen lasse. Logisch, dass ich da meine eigenen Wünsche viel präziser einfliessen lassen kann. Kaufe ich ein Fertighaus, darf ich bestenfalls ein paar Wände verschieben und habe die Wahl zwischen diversen Fassadenausführungen. Vermutlich wird ein Fertighaus immer in einer Form ein Kompromiss sein. Es gibt natürlich auch hier kein Richtig oder Falsch. Sondern viel mehr die eigene Vorliebe, Präferenz, die entscheidet.


Diese Webinhalte sind wichtig: Text, Bild, Video

Baut man seine Website in Eigenregie mit einem Baukastensystem, ist man auch selbst verantwortlich. Für das Aussehn, die Inhalte, die Bilder.

  • Welche Textlängen, Textmengen sind optimal?

  • Wie sieht das Design aus, dass es zu meinem Auftritt passt?

  • Wo setze ich Bilder ein. Wann sind Videos sinnvoller?

All das sind Fragen, die zum einen SEO*-relevant sind und auch einen grossen Einfluss auf das Besuchererlebnis haben. Dabei gibt es keine fixen Vorgaben, vielmehr Empfehlungen. Das geschriebene Wort ist für Google nach wie vor einer der wichtigsten Ranking-Faktoren. Liefern Websiten und Online-Shops treffende Informationen, sind sie besser zu finden. Wer besser zu finden ist, erreicht mehr Publikum. Logisch, oder? «Natürlich spielt die Branche eine tragende Rolle. Ein Fotograf arbeitet mit aussagekräftigen Bildern und wenig Text. Ein Unternehmen, das hochtechnologische Produkte herstellt, hat vermutlich mehr Erklärungsbedarf», gibt Chregu zu bedenken. Das geht zum einen über den Text oder auch über tolle Videos. Viele Menschen sind etwas lesemüde geworden. Da kann ein gut gemachtes Video die Besucher:innen bei der Stange halten. Wer mit seiner Stimme arbeitet, darf getrost auf Audiofiles zurückgreifen. Die haben ihr Mauerblümchendasein langsam hinter sich und werden wieder häufiger verwendet. Ein Wort zu den Bildern: Stockbilder sind erlaubt. Doch sollte man sie nicht zu inflationär einsetzen. Für Bilder, die etwas über dein Unternehmen oder dich als Person aussagen sollen, empfiehlt es sich, mit einem/einer professionellen Fotograf:in zusammenzuarbeiten.


Die Website ist live und jetzt lehne ich mich zurück?

Steht die Website einmal, schlummert sie in vielen Unternehmen in sanftem Dornröschenschlaf. Leider! Eine Website ist ein steter Prozess. Das geht oft vergessen. Regelmässige Updates, Analysen, Optimierungen: all das wischt man unter den Tisch, weil das Tagesgeschäft einen genug fordert. Arbeitet man mit einer Agentur zusammen, kümmert die sich. «Kontinuierliche Analysen sind wertvoll, um festzustellen, wie die Besucher:innen sich auf der Seite bewegen. Welche Inhalte ziehen, welche eher lau sind», betont der Spezialist. Man kann die Seite auf Basis dieser Erkenntnisse optimieren und so auch immer bessere Suchergebnisse erzielen. Eine von vielen Möglichkeiten, bei Google zu punkten. «Die ganzen SEO Geschichten sind eine Wissenschaft für sich. Wir wissen nicht mit absoluter Sicherheit, wie Google den Algorhythmus wählt.» Natürlich kann man sich auch für viel Geld Google-Ads kaufen. Chregu ist aber der Ansicht, dass gute Inhalte und eine Seite, die den Usern Mehrwert bietet, von alleine ins Ranking einzahlen. Organisch wachsen lassen, lautet seine Devise. Und damit die Seite in der organischen Websuche Treffer generiert, gibt es Punkte, die man berücksichtigen kann:

  • Keyword im Title-Tag*

  • Keywords in Überschriften

  • Keyword im Alt-Attribut (Keyword im Namen der Bilddatei, im Titel und in der Bildunterschrift sowie im Alt-Attribut)

  • strukturierter Content (Aufzählungen, Nummerierungen, Tabellen)

  • einzigartige Inhalte

  • Seitenladegeschwindigkeit

  • saubere HTML-Auszeichnung

  • Mobilfreundichkeit* (kostenlos prüfen)

  • Lesbarkeit

  • multimedialer Content

Vor lauter Bäumen keinen Webwald sehen

Tatsächlich könnte einem diese Unmenge an Möglichkeiten, Entscheidungen, Varianten abschrecken. Und man nimmt das Webprojekt gar nicht erst in Angriff. Geht es dir so? Da empfiehlt sich die Zusammenarbeit mit einer guten Agentur. Chregu von tastisch begleitet seine Kund:innen nah. Bevor er einen ersten Strich seiner Ideenskizze macht, möchte er das Unternehmen verstehen. Wissen, was ist. Hinhören, Fragen stellen. Besteht bereits eine Website, analysiert er diese, entweder in einem Workshop mit den Kunden oder in einem Interview. Er lernt die Bedürfnisse kennen, fragt nach Zielen und Ideen. Dann geht es ans Konzipieren und Kreieren, Programmieren. Nach einer Testphase geht die Seite live und die Wartungsarbeit beginnt. Denn bei Chregu ist das Projekt nicht mit dem Go-Live abgeschlossen. Er bleibt weiterhin an der Seite seiner Kund:innen, so dass diese tastische Freunde werden.


Erste Hilfe für deine Seite

Hat deine Seite bereits ein paar Jahre auf dem Buckel? Folgende Fragen helfen, sie «rasch» auf Vordermann zu bringen:

  • Lädt die Seite unter 3 Sekunden? Mit GTMetrix testen.

  • Funktionieren alle Links? Mit Deadlinkchecker prüfen.

  • Funktionieren deine Formulare und Buttons? (Newsletter, Kontaktformular)

  • Sind sie strategisch gut platziert und werden auch genutzt?

  • Sind deine Seiten strukturell gut aufgebaut?

  • Kann man die Inhalte gut erfassen?

  • Ist das Design einladend und unterstützt beim Erfassen der Informationen?

  • Klicke dich aus Sicht des Kunden durch deine Seiten. Kommst du irgendwo an ein totes Ende, wo es nicht mehr weitergeht?

  • Fällt dir noch irgendetwas auf, das nicht schön aussieht?

Du hast keinen Bock, das Webaudit selbst durchzuführen? Da weiss tastisch Rat. Die Agentur bietet eine kostenlose Analyse deiner bestehenden Website an. Interessiert? Hier geht’s lang: https://www.tastisch.ch/die-reise#analyse

Lexikon

  • *CMS: Content Managementsystem oder Inahltsorganisations-System (Wordpress, Typo 3 etc.)

  • *Cookies: speichern die Informationen eines Benutzers, tracken Standort, Alter, Wohnort und verwenden diese Informationen bei späteren Besuchen derselben Person

  • *Domain: Die Adresse einer Website, z. B. www.tastisch.ch

  • *Hompage: Die Startseite einer Website

  • *Low-Code-CMS: CMS das wenig Codeaufwand braucht für eine gewisse Grundfunktionalität

  • *Mobile friendly: Taugt die Seite auch auf mobilen Endgeräten (Handy, Tablet). Das kann man testen. Entweder über das Tool von google https://search.google.com/test/mobile-friendly oder mit dem Testtool von EXPERTE.de. Dieses Tool hat den Vorteil, dass mehrere URLs gleichzeitig getestet werden können.

  • *No-Code-CMS: CMS, das keinen Codeaufwand braucht (Wix, Jimdo, Joomla etc.)

  • *One-Page Design: Eine Seite ohne Unterseiten, sondern mit Sektionen auf einer Seite, Tendenz abnehmend, da schwierig messbar

  • *SEO: Suchmaschinen Optimierung beinhaltet Massnahmen, die die Auffindbarkeit einer Seite bei Google steigern.

  • *skalierbar: erweiterbar, Shops, zusätzliche Inhalte können integriert werden

  • *Title-Tag: Der Seitentitel wird im Browser angezeigt und ist für jede URL individuell zu setzen. Ein kurzer aussagekräftiger Text hilft beim Ranking und verleitet User die Website zu besuchen.

  • *Templates: Bauplan, Strukturvorgabe

  • *User Experience: Benutzererfahrung – welche Inhalte müssen wie und wo platziert sein, damit sie wirken und geklickt werden.

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